, Herzog Brigitte

Mountainbiken ist keine Randerscheinung

Fabian Stadelmann (SVP) hat ein Postulat eingereicht. Dieses fordert unter anderem, im Wald eine "Umweltpolizei" einzusetzen.

Diese soll fehlbare Mountainbikerinnen und Mountainbiker mit Bussen zu bestrafen. MOUNTAINBIKE LUZERN hat darauf mit einem Leserbrief in der Luzerner Zeitung reagiert. Hier ist der ganze Leserbrief, welcher am 30. März 2026 in der Luzerner Zeitung abgedruckt wurde:

Mountainbiken im Kanton Luzern soll mit Bussen kontrolliert werden; ein Postulat von Fabian Stadelmann (SVP) fordert eine «Umweltpolizei» im Wald. Dieses zeichnet jedoch ein falsches Bild.
Rund 40’000 Bikerinnen und Biker sind regelmässig im Kanton Luzern unterwegs – mehr als aktive Fussballer. Gleichzeitig stehen über 200 Fussballplätzen gerade einmal drei legale Biketrails gegenüber. MOUNTAINBIKE LUZERN setzt sich für ein respektvolles Miteinander ein, fördert ein bedürfnisgerechtes Trailangebot auf bestehender Infrastruktur und berät den Kanton Luzern als Fachorganisation im Bereich Mountainbike.

Seit 2023 verpflichtet das Veloweggesetz die Kantone, Velowegnetze – auch für das Mountainbiken – zu planen und umzusetzen. Leider tut sich im Kanton Luzern nichts, obwohl sich der Regierungsrat im Jahr 2024 klar zur Koexistenz von Wandernden und Bikenden auf Wanderwegen bekannt hat. Auch die Luzerner Wanderwege unterstützen diesen Ansatz ausdrücklich und betonen, dass Konflikte mit Bikenden sehr selten sind. Von einem flächendeckenden Problem kann also keine Rede sein. Trotzdem tritt Fabian Stadelmann (Präsident Revierjagd) als «Anwalt» der Fussgänger auf.

Ein Blick in den Kanton Zürich zeigt, wie es funktioniert: Dort ist Biken grundsätzlich auf allen in der Swisstopo-Karte eingezeichneten Wegen erlaubt, sofern kein Verbot signalisiert ist. Das schafft Klarheit und klappt in der Praxis.

Es ist Realität, dass der Grossteil der Bikenden Singletrails nutzt – das ist der Kern dieses Sports. Gleichzeitig gibt es auf Wegen kein Exklusivrecht. Unterschiedliche Nutzungen müssen sich den Raum teilen – genau das macht die Koexistenz aus. Mit Respekt, Toleranz und Rücksichtnahme gelingt das Miteinander. Es hat Platz für alle.

Die Grundlagen sind vorhanden – nun muss der Kanton Luzern handeln.